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Schwarzwälder Bote am 27.4.2010

Mittwoch, 28. April 2010 10:04:34 CEST

 

Name Querkopf ist Programm

Jazzgeiger Zipflo Weinrich bereicherte mit seiner Formation  »Querkopf« die Binderei um eine Spezialität.
Jazzgeiger Zipflo Weinrich bereicherte mit seiner Formation »Querkopf« die Binderei um eine Spezialität.
 

Calw. Eine gelöste Stimmung liegt über dem Marktplatz. Ohne Eile trudeln die Gäste in der österreichischen Enklave »Binderei« ein. Man begrüßt sich, plaudert und sitzt dank angenehmer Temperaturen noch ein wenig im Freien. Allmählich machen es sich die Besucher im lauschigen Saal bequem, und schließlich ist der Raum bis auf den letzten Platz belegt. Jeder hat einen guten Tropfen vor sich, das Licht ist gedämpft. In dieser gelösten Clubatmosphäre tritt die sechsköpfige Jazzformation »Querkopf« um den Ausnahmegeiger Zipflo Weinrich auf die Bühne.

»Querkopf« – dieser Name ist Programm, denn hier haben sechs Musiker zusammengefunden, die beim Spielen denken – und das ziemlich unkonventionell. Allein in der Kombination der Instrumente steckt viel Eigensinn: Direkt neben Wolfi Rainers Schlagzeug hat Percussionist Rainer Gradischnig seine Congas aufgebaut, und in der Melodieführung umgarnen sich die gegensätzlichen Stimmen von Zipflo Weinrichs Violine und Herwig Gradischnigs Saxophon. Unterlegt ist das Ganze mit dem Keyboardsound von Mike Tiefenbacher und Eddy Mayrs E-Bass.

Die musikalischen Wurzeln Weinrichs sind der Gipsy-Jazz, »denn wie in wohl jeder Sinti-Familie hatten auch wir eine Django-Reinhardt-Platte zu Haus«, erzählt er. Doch was die Querköpfe zu Gehör bringen, lässt sich vielmehr als Modern Jazz mit Exkursionen zu Bebop und Modal Jazz beschreiben, eine Reise, die ohne Zögern auch in die Grenzgebiete von Funk, Soul, afrikanischer oder kubanischer Musik führt.

Was diese heterogene Elemente zusammen funktionieren lässt, ist die Brillanz der einzelnen Musiker, die selbst bei wahnwitzigem Tempo akzentuiert, präzise und mit feinem Gespür fürs Gesamtgefüge spielen. Immer wieder verschafft die Band ihrem energiegeladenen Temperament Luft.

Ruhiger, aber nicht minder einnehmend, ist der von Weinrich komponierte und arrangierte Titel »miri meschenge«, was übersetzt »Für meine Sippe« bedeutet. Hier verschmelzen, begleitet von lateinamerikanischen Rhythmen, die Soli von Geige und Saxophon zu verspielten Duetten, die jederzeit jazzig und nie zuckrig klingen.

Dass die Geige sich in dieser Klangfülle behaupten kann, wird durch Weinrichs besondere Haltung des Bogens möglich, die der barocken Technik ähnelt und ihm ein besonders weiches und artikuliertes Spiel erlaubt. Oder er wendet eine spezielle Pizzicato-Technik an, bei der er die Violine wie eine Gitarre hält.

Mit »Querkopf« hat Christine Binder erneut eine exquisite Wiener Spezialität nach Calw geholt – und das begeisterte Publikum dankt es ihr und der Band mit begeistertem Lob und Applaus.

Von Marieke Henriques


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Schwarzwälder Bote am 22.3.2010

Montag, 19. April 2010 10:21:06 CEST

 

Ganz tiefe Einblicke in die morbide Seele der Wiener

Rainer Gradischnig (links) und Werner Feldgrill
Rainer Gradischnig (links) und Werner Feldgrill
 

Von Alfred Verstl

Calw. Christine Binder hatte schon etwas Bammel. Es war eine Premiere. Zum ersten Mal hatte sie in in den Räumen ihres Geschäfts mit österreichischen Spezialitäten zu einer kulturellen Veranstaltung eingeladen.

Mutig wie sie ist, ging sie dabei gleich in die Vollen. Ein Wiener Abend war angesagt. Aber keiner mit Walzerseligkeit und Heurigen-Liedern à la Peter Alexander. Nein, es geht um die andere, die dunkle Seite der österreichschen Hauptstadt, um einen ganz tiefen Blick in die morbiden Seelen der Wiener, die den Tod so lieben..

Wie das wohl bei den Calwern ankommen wird, fragte sich Christine Binder etwas sorgenvoll. Nun, nach dem Auftritt ihrer Freunde, dem Schauspieler und Musiker Rainer Gradischnig und dem Gitarristen Werner Feldgrill konnte sie beruhigt sein. Die Zuhörer im ausverkauften Hinterzimmer ihres Geschäfts waren hingerissen. Und auch die beiden Wiener Künstler waren angenehm überrascht, wie schnell sie den Draht zum Publikum gefunden hatten.

Vielleicht war es der Dialekt, der in Schwaben genauso gesprochen und gepflegt wird wie in Wien. Auch wenn sich mancher Zuhörer nach dem Auftritt der beiden Österreicher eingestehen musste, wörtlich nicht alles verstanden zu haben, so haben doch alle begriffen, um was es ging. Dialekte pflegen eine ganz eigene Poesie zu entwickeln, drücken vieles treffender aus als das Hochdeutsche. Vielleicht hat gerade dieser Umstand Künstler und Auditorium so rasch verbunden.

Es war ein Abend voller rabenschwarzer Texte von Helmut Qualtinger, H. C. Artmann, Gerhard Bronner und Hans Weigel. Es war aber auch ein Abend voller Melancholie und Poesie. Es kullerten die Tränen vor Lachen beim bitterbösen »Krüppellied« von Qualtinger, in dem er sich über Behinderte lustig macht. So manche Träne wurde vielleicht aber auch bei Artmanns »Mit einem Brief von mir zu dir« zerdrückt.

Gradischnig, der im Spielfilm »Revanche« von Götz Spielmann zu sehen war und in Friedrich Dürrenmatts »Die Physiker« auf der Bühne des Volkstheaters gestanden hat, beherrscht den Wiener Schmäh perfekt. Obwohl ihm zu Qualtingers Leibesfülle noch viel fehlt, ist seine Bühnenpräsenz deutlich zu spüren. Man merkt es kaum, dass Gradischinig mit Werner Feldgrill alleine noch nicht oft auf der Bühne gestanden hat. Der Gitarrist und Bassist begleitet Gradischnig mit seinem makellosen, jazzbetonten Spiel angenehm zurückhaltend. Es war stets zu spüren, wie gut Feldgrill sein Instrument beherrscht, hat er doch schon mit Größen wie George Benson, Falco, Udo Jürgens, Chaka Kahn oder Nina Hagen gespielt.

Das einzig bedauerliche an diesem Abend war, dass die Wiener nur gut eine Stunde auf der Bühne standen. Ansonsten war die Premiere in der »Binderei« voll gelungen und verlangt nach einer Fortsetzung.


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Presseartikel Österreich-News

Montag, 18. Januar 2010 14:51:01 CET

Dass das kleine Österreich eine Großmacht in punkto Genuss ist, ist auch in Deutschland bekannt. In den letzten Jahren entstanden immer mehr österreichische “Genuss-Stationen” wo Lebensmittel und rotweißrote Lebensart gekauft werden können. Egal ob Bremen, Hamburg, München, Berlin oder ab sofort auch in Calw-Holzbronn (Schwarzwald, Baden-Württemberg), Produkte made in Austria sind immer öfters auch in Deutschland im Angebot.

Eröffnung eines österreichischen Genußtempels im Schwarzwald.

Eröffnung eines österreichischen Genußtempels im Schwarzwald.

Österreichische Spezialitäten in Baden-Württemberg kaufen
Im Schwarzwald hat Christine Binder ein kleines Geschäft mit österreichischen Köstlichkeiten eröffnet. Für alle die, die nicht in den Schwarzwald fahren wollen gibt es auch einen Online-Shop unter diebinderei.com. Selbstverständlich ist die Unternehmerin selbst Österreicherin und kann somit Kunden bestmöglich beraten. Das Produktsortiment deckt ganz Österreich ab. Egal ob Senfspezialitäten aus Lustenau, Edelbrände aus Kärnten oder Weine aus dem Burgenland, ein kleines Stück Österreich ist ab sofort in Calw-Holzborn zu finden. Die ÖsterreichNews-Redaktion wünscht der Jungunternehmerin selbstverständlich viel Erfolg.


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